Wissenswertes
Geschichtliches
Nachhilfeunterricht gibt es bereits seit Jahrhunderten. So genannte "Winkelschulen", "städtische Trivialschulen" oder auch kirchliche Gelehrtenschulen boten private Beschulung an. Seit der Errichtung von öffentlichen höheren Schulen im 19. Jahrhundert gewann der Nachhilfeunterricht zunehmend an Bedeutung. Bis Anfang dieses Jahrhunderts erteilten Klassenlehrer, auf Anweisung des Direktors, neben dem normalen Schulunterricht ca. 4-6 Wochenstunden recht teuren Privatunterricht unter öffentlicher Kontrolle. Da der Anteil der Jungen (meist Knabenschulen), die Nachhilfe nahmen, mit 90 % ausgesprochen hoch war, schafften die Klassenlehrer das nicht. So übernahmen Privatlehrer und private Institute diese Aufgabe. In der zweiten Hälfte der 70er Jahre kam es zu einer "Revolution" auf dem Nachhilfemarkt und zur Gründung von verschiedenen kommerziellen und professionellen Nachhilfe-Instituten. Hierbei ist anzumerken, dass sich Nachhilfe durch eine außerfamiliäre Person auf Grund der vorhandenen Fremdautorität positiv auf die Motivation der Schüler auswirkt. Dahingegen kann Nachhilfe durch ein Familienmitglied auf Grund des persönlichen und emotionalen Verhältnisses eher hemmend sein. Heute ist Nachhilfe in Deutschland weit verbreitet und anerkannt, wie es aus den Studien ersichtlich ist. Mit steigendem Anspruchsniveau der Schule wächst das Bedürfnis nach Nachhilfe.
Studien
Befragung des DIW Berlin 2000 – 2003: Nachhilfe als Strategie zur Verwirklichung von Bildungszielen.
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Befragung von 1266 Jugendliche (17 Jahre)
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jeder vierte Jugendliche nimmt Nachhilfeunterricht
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Nachhilfe erhöht die Chancengleichheit beim Bildungserwerb
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Nachhilfehäufigkeit je nach Schulart unterschiedlich
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Schüler der 9. - 10. Klasse doppelt so viel Nachhilfe wie Klassen 5 und 6
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Nachhilfe ist keine Kurzzeitmaßnahme, durchschnittliche Dauer 10 Monate
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Hauptfächer: Mathe, 1. Fremdsprache, Deutsch
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durchschnittlich ca. 2 Stunden pro Woche
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Nachhilfequoten nach angestrebten Schulabschluss; Angaben in % (Quelle: diw Berlin)
| Gesamt-deutschland | |
| Max. Hauptschulabschluss | 14 |
| Mittlere Reife | 29 |
| (Fach-) Abitur | 30 |
| insgesamt | 27 |
- Jeder vierte Jugendliche nimmt Nachhilfeunterricht -
Studie Institut für Jugendforschung 2003 "Mit Nachhilfe kommt man weiter“
- Nachhilfe ist effektiv und verbessert schulische Leistungen - Haag 2001: Hält bezahlter Nachhilfeunterricht, was er verspricht? Eine Evalutionsstudie
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Experiment 9 Monate
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Ausgangssituation: 244 Schüler mit vergleichbaren Leistungsstand
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122 Schüler erhalten Nachhilfe und Kontrollgruppe von 122 Schüler nicht
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Ergebnis: Schüler mit Nachhilfe hatten nach 9 Monaten eine Note besser, als die ohne Zusatzunterricht sowie positivere Einstellungen zum Lernen, weniger Prüfungsangst, erhöhtes Fähigkeitsselbstbild und eine bessere Handlungskontrolle
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Fazit: Nachhilfe ist effektiv und verbessert schulische Leistungen
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Befragung von 362 Schüler, 33 Eltern, 47 Lehrer, 23 Nachhilfelehrer, 4 Nachhilfeinstitute, 2 Gymnasien, 2 Hauptschulen, 1 Sonderschule
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allgemein positive Bewertung des Nachhilfeunterrichts
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verbessert schulische Leistungen
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Nachhilfe konzentriert sich auf bestimmte Fächer, meist Einzelnachhilfe
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Häufigkeit von Nachhilfe im Durchschnitt 4-mal pro Monat
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Durchschnittsdauer des Nachhilfeunterrichts zwischen 6-12 Monate
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erste Notenverbesserungen im Zeitraum von 7 Monaten um eine Stufe
Gründe für die Inanspruchname von Nachhilfe
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schlechte Leistungen oder Noten in der Schule
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Leistungsdruck/ Überforderung
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Faulheit/ Desinteresse
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Entwicklungsstörungen/ Begabungsmangel
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Probleme mit den Lehrern
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Defizite im Bildungssystem
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Schulwechsel
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versäumter Unterricht durch Krankheit/ Unterrichtsausfall
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familiäre Störungen
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Vorbereitung auf bevorstehende Prüfungen
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Anstreben höherer Schulabschlüsse für bessere Chancen im Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt




